Aus dem Album
"Nur nicht nach Haus":
    
Nein Danke
      
bin ein Prediger der Hunger hat
lass mich nackt die Sonne sehn
ich will vergeh' n
wie im Fieber glüh'n...................(chorus)

   
mir einen mächtigen Schutzherrn, einen Gönner finden
wie Efeu mich an einem Stamm nach oben winden
um die Rinde zu lecken wenn es vorteilhaft
durch List nach oben kommen statt durch eigene Kraft
nein danke, jeden Vers wie üblich bei so vielen
Mäzenen widmen, stets den dummen August spielen
damit ich mir dadurch auf eines Höflings Miene
ein Lächeln, das einmal nicht grimmig ist verdiene
nein danke, jeden Tag geduldig Kröten schlucken
den Rücken biegsam halten durch konstantes ducken
beim säen nichts anders als die Ernte denken
und wo ich geh und steh, Weihrauchfässer schwenken
nein danke, mich von Schoß zu Schoß nach vorne drängen
mich in die Mitte alles Mittelprächtigen zwängen
mich an der Seichtheit freuen in die mein Schiff gerät
die Segel von Altweiberseufzern nur gebläht
      
bin ein Prediger der Hunger hat
lass mich nackt die Sonne sehn
ich will vergeh'n
wie im Fieber glüh'n...................(chorus)

      
nein danke, schuften bloß um anerkannt zu sein
für ein Sonett statt weitere zu schreiben,
nein danke, drittklassige Talente um mich zu sehn
unter der Fuchtel herrischer Gazetten stehn
und ständig nur das jämmerliche Ziel im Sinn
Hauptsache ist, ich steh' auch irgendwo drin
nein danke, kalkulieren, bangen um die Früchte
und öfter Aufwartungen machen als Gedichte
Abschriften redigieren, Bittschriften überbringen
nein danke, nein danke,

      
.............aber singen
     
bin ein Prediger der Hunger hat
lass mich nackt die Sonne sehn
ich will vergeh' n
wie im Fieber glüh'n...................(chorus)